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Lehrerinterview

SCHOOLBIKERS Sportleher Eckhart Sporleder von der Realschule Steinheim/Westf. beantwortet 10 Fragen zum Projekt

Frage: „Seit mehr als zwei Jahren verfügt Ihre Schule über 15 gesponserte Mountainbikes, die sog. „SchoolBikes“. Welche Aktivitäten konnten realisiert werden ?

Antwort: Wir haben jede Woche montags nachmittags die MountainBike-AG. Da nehmen bis zu 18 Schülerinnen und Schüler teil; die AG dauert oft länger als die eigentlich vorgesehenen 2 Schulstunden…

Außerdem werden die Bikes bei Klassenausflügen eingesetzt.

Frage: Welche Altersstufe ist denn besonders interessiert ?

Antwort: Besonders motiviert sind die Schüler zwischen 11-13 Jahren, meistens Jungen, aber auch einige Mädchen. Die AG findet natürlich immer draußen statt, auf unserem Schulgelände, welches einen schönen „Wäldchen-Hügel“ hat. Oder wir machen Touren in die Waldgebiete der Umgebung, die wir schon nach 1-2 Kilometern Anfahrt über Radwege erreichen können. Wir haben für den Outdoor-Radsport ein traumhaftes Umfeld hier.

Frage: Werden die Aktivitäten von der Schulleitung voll unterstützt?

Antwort: Da gibt es gar kein Problem, weder bei den Touren in die Umgebung, noch bei Ausflügen von Schulklassen, die sich dann einige der SchoolBikes ausleihen, damit alle Schüler/innen den Ausflug mitmachen können. Immer gilt aber: Kein Schüler ohne Helm – absolut niemals !! Der Förderverein hat 15 Helme gespendet.

Frage: Wie zufrieden sind Sie mit dem Material ?

Antwort: Da gibt es nichts wirklich Gravierendes zu kritisieren – schon gar nicht bei geschenkten Dingen. Aber wenn eine solche Aktion wiederholt würde, dann würde ich auf jeden Fall empfehlen, Federgabeln einzubauen. Auf die Dynamonaben kann verzichtet werden, Batterie-LED-Anlagen sind da sinnvoller. Nicht gut waren die verwendeten Felgen, Felgenschläge lassen sich nur mit einem handwerklichen Riesenaufwand wieder richten.

Frage: Gab es weitere technische Probleme ?

Antwort: Für kleine Schüler musste ich die Sattelstützen kürzen – das funktionierte aber gut. Und es dauert einige Zeit, bis Anfänger den Umgang mit einem Dreifach-Kettenblatt und Kettenschaltung wirklich kapiert haben und die ganze Schalterei mit dem nötigen Feingefühl in den Beinen bewältigen – das dauert bei manchen lange und man muss es auf dem Schulhof üben, üben, üben…….

Frage: Wie läuft das mit den Reparaturen ?

Antwort: Es ist natürlich immer was zu schrauben oder zu reparieren. Für das Material habe ich immer aus dem Schuletat das nötige Geld bekommen. Mit ein, zwei handwerklich begabten Schülern kann man dann fast alles selbst machen – ich bin ja erfahrener Fernradler und kriege die meisten Reparaturen geregelt. Wie das mal wird, wenn ich pensioniert bin, weiß ich nicht…

Frage: Gab es auch schon Unfälle ?

Antwort: Ja, kleinere und mittlere Stürze im Gelände, nun ja, aber ohne dass hinterher jemand zum Arzt oder ins Krankenhaus musste. Verkehrsunfälle hatten wir noch nicht, aber wir sind in der guten Lage, dass wir in alle vier Himmelsrichtungen das Radwegenetz direkt ab der Schule nutzen können.

Frage: Haben Sie noch Tipps für Lehrer-Kollegen, die Rad-Gruppen in der Schule aufbauen wollen ?

Antwort: Man braucht einen guten abschließbaren Radkeller, einen Schulleiter und Hausmeister, die das Projekt mittragen. Und wenn man mit einer Gruppe unterwegs ist: Die Schüler in der Gruppe n i c h t eng beieinander halten, sondern schöne weite Abstände zulassen zwischen den einzelnen – dann fahren sie sich nicht ständig hinten rein und es gibt weniger Schäden. Der Lehrer fährt immer hinten als letzter – mit Trillerpfeife für das Stopp-Signal. Immer Werkzeug und Verbandszeug dabei haben. Und jeder Schüler muss 1 Liter Getränk dabei haben, das ist total wichtig, sonst schaffen einige den Heimweg nicht….

Frage: Was liegt für Ihre Gruppe demnächst an Touren an ?

Antwort: Wir wollen von Steinheim aus auf das Hohe Mörth, den mit 440 Metern über NN zweithöchsten Berg Ostwestfalens. Denn kennt keiner, dabei ist er höher als das Herrmannsdenkmal, also als riesiges MTB-Gebiet ein echter Geheimtip….

Frage: Was motiviert Sie persönlich, sich für das SCHOOLBIKE-Projekt so stark zu engagieren ?

Antwort: Das Fahrrad hat mein Leben wesentlich mitbestimmt, als 13-jähriger alleine vom Ruhrgebiet an die Nordsee, als über 50jähriger von San Francisco nach Boston – die Rademotion ist so stark, das will man irgendwie weitergeben – gelingt aber immer seltener bei der Generation der Bildschirmhocker. Aber die SchoolBikes sind eine Chance – mehrere Schüler haben sich nun privat schon coolere Bikes zugelegt.

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